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Das Haus des Geheimen Kommerzienrats Heinrich Gerlach

Libauer Straße 15

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließen sich wohlhabende Memeler Bürger zum Teil prächtige Wohnhäuser bauen. Es war der Geheime Kommerzienrat Heinrich Gerlach, dessen Haus, dem Geschmack der Zeit entsprechend, im Stil der Neo-Renaissance errichtet worden war. Auffallend an dem Gebäude ist die asymmetrische Frontgestaltung mit dem Balkon, dessen vier korinthische Säulen das reich verzierte Giebelfeld tragen.



Heinrich Gerlach ist bis zu seinem Tod im Jahre 1912 über 27 Jahre der Obervorsteher der Memeler Kaufmannschaft gewesen. Auf sein Betreiben wurde z.B. 1907 damit begonnen, den Bau der Memeler Börse, die im Jahr 1857 eingeweiht worden war, zu erweitern*.

In den Adreßbuchjahrgängen 1926 bis 1935 finden wir den Kaufmann Jakob (Jankel) Jawschitz als Eigentümer des Anwesens Libauer Straße 15.

Nach der Umbenennung etlicher Memeler Straßen durch die Nazis und der Änderung der Häusernummerierung hatte dieses Gerlachsche Haus die Adresse Hermann-Göring-Str. 25. Die Militärverwaltung hatte es nun übernommen und das Wehrmeldeamt darin untergebracht.
* "Die Selbstverwaltung der Kaufmannschaft in Memel",
     Sonderschrift des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreussen e.V.

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